Forstbewirtschaftung


Naturgemäß und vorort

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Im Kern der Aktivitäten der Boscor Gruppe steht die Bewirtschaftung von Forstbetrieben. Je nach Wunsch des Kunden suchen wir eine auf die speziellen Bedürfnisse des Kunden maßgeschneiderte Lösung. Das Spektrum reicht von einem umfassenden „Sorglospaket" für den Forstbetrieb bis hin zu reiner waldbaulicher Beratung oder strategischer Kooperation in der Holzvermarktung.

Waldbauliche Beratung

In einem sich mehr und mehr konzentrierenden Markt wird es für allein stehende Betriebe mittlerer Größe immer schwerer sich zu halten.

Im normalen Betrieb ist das Personal nicht ausgelastet oder im Falle von Katastrophe überlastet und überfordert. Die Möglichkeit auf Know How und Ressourcen einer solchen Gruppe zurückgreifen zu können, steigert die Effizienz und erhöht gleichzeitig die Qualität in der Produktion.

Das Ziel einer solchen Zusammenarbeit ist die langfristige Stabilisierung der betreuten Betriebe. Uns geht es nicht wie vielen Holzeinschlagsunternehmen um eine kurzfristige Zusammenarbeit. Keinesfalls sind wir an schnellem Umsatz durch Übernutzung der Betriebe interessiert. Im Gegenteil - wir suchen das Vertrauen der Waldbesitzer, das es uns ermöglicht, die Betriebe so aufzustellen, dass dem Eigentümer eine der Vorratslage angemessene Rendite zufließt, gleichzeitig aber späteren Generationen eine wirtschaftliche Perspektive geboten werden kann. Beides erfordert konsequentes Handeln im Rahmen der Nachhaltigkeit.

Wir sind der Überzeugung, dass sich ein Forstbetrieb langfristig nur behaupten kann, wenn er nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet wird. In anderen Worten, ein Forstbetrieb ist gegenwärtig nur wettbewerbsfähig, wenn er fortwährend in der Lage ist höchst qualitatives Holz aus einem intakten Wald auf dem Holzmarkt anzubieten. Das Prinzip der Nachhaltigkeit wird im waldbaulichen Sinne am Besten durch die Grundsätze der naturgemäßen Waldwirtschaft erreicht. Bereits bestehende Dauerwälder müssen weiter gepflegt werden und Altersklassenwälder konsequent in naturnahe Wälder umgebaut werden.

Sorglospaket

Das Sorglospaket umfasst zum Beispiel die komplette Bewirtschaftung und Betreuung eines Betriebes durch unser eigenes Personal.

Erster Schritt einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist eine genaue finanzielle, waldbauliche und personelle Analyse der Ist-Situation des Betriebes. Diese ist Grundlage für die weitere Planung.

Aus kleine Ideen kommen grosse Ereignisse

Soweit notwendig sind die weiteren Maßnahmen finanzielle und personelle Restrukturierung und die daraus resultierende Erstellung eines Zukunfts- bzw. Zielszenarios. Im laufenden Geschäft liegt dann der Fokus auf der waldbaulichen Kontrolle und der Holzvermarktung. Die Eigentümer werden in regelmäßigen Treffen über die Vorgänge informiert.

Darüber hinaus legen wir in einem vierteljährlichen Wirtschaftsbericht Rechenschaft über alle durchgeführten Maßnahmen und die Erreichung der eingeplanten Ziele ab. Der Eigentümer kann sich somit aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und ist trotzdem über alle betrieblichen Vorgänge informiert.

Das Boscor Waldumbauszenario

Das Boscor Waldumbauszenario visualisiert unser waldbauliches Konzept der Überführung von Altersklassenwälder in naturnahe Dauerwälder ausgehend von einem 40 jährigen Fichtenreinbestand

Quelle: Die Bilder stammen aus einem Waldwachstumssimilator, der von Professor J. BO Larsen an der forstlichen Fakultät der Universität Kopenhagen mit Hilfe von wissenschaftlich erhobenen Daten entwickelt wurde. Die Simulation kommt somit einer realen Betrachtung sehr nahe. Larsen, J.B. (2001): Naturnær skovdrift. Kopenhagen. ISBN: 87-7903-081-5

Altersklassenwald

40 jähriger Fichtenreinbestand mit eingesprengtem Birkentrupp

Abgesehen von dem naturnahen Beispielsbetrieb Rentweinsdorf, der seit über 100 Jahren nach den Grundsätzen naturgemäßer Waldwirtschaft bewirtschaftet wird, befindet sich das Gros der durch die Boscor bewirtschafteten Flächen in einem mit den obrigen Bildern vergleichbaren Zustand: Monokulturen (zumeist Fichte oder Kiefer) die der traditionellen Altersklassenbewirtschaftung entstammen, die nun konsequent in naturnahen Dauerwald umgebaut werden.

Altersklassenwald

Charakteristika: Die Holzproduktion läuft auf ein Massensortiment hinaus -> Durch die mangelnde Qualität der Sortimente sind die Durchschnittserlöse aus den Durchforstungen gering Durch die Einschichtigkeit ist der Bestand extrem sturmanfällig Der Reinbestand reagiert überempfindlich auf Parasiten z.B. Borkenkäfer und verschlechtert den Boden Die homogene Umtriebszeit bietet nur eine periodische Einahmensquelle Keine natürliche Verjüngung -> Hohe Kosten durch Pflanzung und ggf. Zäunung

Maßnahmen: Regelmäßige Freistellung der markanten Wertträger bei einer gleichzeitigen Negativauslese Förderung des vorhandenen Laubholzes für eine dauerhafte Bodenverbesserung durch Blätterhumus Langfristige Einbringung von verschiedenen standortgerechten

Daueransätze

Rund 25 Jahre später lassen sich bereits die Strukturen eines späteren Dauerwaldes erkennen

Durch die eingeleiteten Maßnahmen ist der ehemals einschichtige Bestand bereits zweischichtig. Der Unterbau besteht aus einer Unterschicht aus Buche, Douglasie und Lärche, während einzelne Fichtenüberhälter und die herangewachsenen Birken die Oberschicht prägen.

Daueransätze

Charakteristika: Die Holzproduktion ist nicht mehr nur auf eine Baumart beschränkt Verbesserte Stabilität, aber immer noch sturmanfällig Risiko eines Totallausfalls der Bestände durch Parasitenbefall wie z.B. Borkenkäfer gesunken Bereits jetzt ist eine dauerhafte Nutzung möglich Einsetzende natürliche Verjüngung -> Künftig keine Kosten durch Pflanzung und Zäunung

Maßnahmen: Weiter Freistellung der markanten Wertträger Evtl. Wertästung der Douglasien Förderung des vorhandenen Laubholzes für eine dauerhafte Bodenverbesserung durch Blätterhumus Jungwuchspflege Konsequente Jagd zur Vermeidung von Verbiss und Schälschaden

Dauerwald

Weitere 25 Jahre später ist ein naturnaher Dauerwald entstanden Durch die konsequent weitergeführten waldbaulichen Maßnahmen sowie intensive Jagd, ist aus einem Altersklassenwald in Fichtenreinbeständen ein arten- und altersklassenreicher naturnaher Dauerwald entstanden.

Dauerwald

Charakteristika:

  • Durch die Pflege der markanten Wertträger ist der Anteil an Wertholz gestiegen
  • Der Bestand weißt aufgrund seines Artenreichtums und seiner Altersstruktur eine außergewöhnliche Stabilität auf
  • Der gemischte Bestand ist gegen Parasiten immun und führt zu einer Verbesserung des Nährstoffhaushaltes im Boden
  • Durch die vertikale Struktur bietet der Bestand dem Eigentümer eine dauerhafte Einnahmequelle
  • Der Bestand verjüngt sich von nun ab durch Naturverjüngung und reduziert dadurch die Kosten des Eigentümers

Dauerwald

"Der Weg ist lang"

Der Umbau eines Altersklassenwaldes in einen naturnahen Dauerwald ist wie man anhand des Umbauszenarios sehen konnte kein kurzfristiger Prozess, der in ein paar Jahren erledigt ist. Im aufgezeigten Fall dauert der Prozess rund 50 Jahre. Er erfordert vom Eigentümer langfristiges Denken über seine eigene Generation hinaus. Er muss bereit sein, die Ernte dessen was er ausbringt zu großen Teilen seinen Enkeln zu überlassen. Wer das tut, wird sich selbst, seinen Nachkommen und der Gesellschaft einen natürlichen artenreichen Wald bescheren, der anhand seines intakten ökologischen Gleichgewichts, sich selbst verjüngt und dabei seine wirtschaftliche, seine Schutz-, wie auch seine Erholungsfunktion voll erfüllen kann.